Semesterticket

Alternative zum motorisierten Individualverkehr

Das Semesterticket

An der HS Düsseldorf gibt es seit dem Sommersemester 1993 auf Initiative des damaligen AStA und auf Grundlage eines studentischen Urabstimmungsvotums ein Semester-ticket. Dieses Ticket wurde erweitert und ist seit dem Wintersemester 2008/09 in ganz NRW gültig. Es kostet derzeitig 189,38 Euro, d.h. bei sechs Monaten Gültigkeit 31,56 Euro pro Monat, und ist eine begrüßenswerte Alternative zum motorisierten Individualverkehr. Erworben wird das Ticket automatisch durch die Einschreibung bzw. Rückmeldung. Das aktuelle Semesterticket besteht aus zwei Teilen. Zum einen aus dem seit 1993 existierenden VRR-Ticket (aktuell 138,48 Euro pro Semester), das im gesamten VRR-Gebiet gilt. Zum anderen aus der Erweiterung auf ein NRW-Semesterticket, das vom Studierendenparlament auf Grundlage eines Vollversammlungs-votums beschlossen und vertraglich bis auf weiteres vereinbart wurde. Dieses NRW-Semesterticket kostet zusätzlich 50,90 Euro. Das Ticket gilt – wie der Name schon sagt – in ganz NRW. Es gelten aber außerhalb des VRR andere Modalitäten als innerhalb, z.B. bei der Mitnahme einer weiteren Person oder eines Fahrrades (siehe weiter unten).

Hintergründe

In der heutigen Zeit ist es notwendig, mobil zu sein. Wohnung und Arbeitsplatz liegen immer weiter auseinander. In den Innenstädten wird die Wohnbebauung zugunsten von Bürogebäuden und Geschäften zurückgedrängt. Die wenigen verbleibenden Wohnungen werden immer unbezahlbarer. Immer mehr Menschen werden dadurch gezwungen, in die Außenbezirke abzuwandern und dadurch zu PendlerInnen, die zum größten Teil mit dem motorisierten Individualverkehr zum Arbeitsplatz bzw. zur Hochschule gelangen. Auf den ersten Blick scheint es keine Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu geben. Großzügig wurde für diesen in den siebziger Jahren zubetoniert, was betonierbar war. Der verstärkte Autoverkehr vermindert durch immer mehr Abgase, Lärm und Platzverbrauch zusätzlich die Lebensqualität in den Städten, was Menschen ebenso dazu veranlasst, in die Außenbezirke zu ziehen. Dieser Teufelskreis ist schwierig zu durchbrechen. Es müssten dringend preisgünstiger Wohnraum in den Innen­städten geschaffen werden und Alternativen wie beispielsweise Radfahrstraßen und Busspuren gebaut bzw. ausgebaut werden. Und es müsste stärker von der alltäglichen PKW-Fahrerei auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umorientiert werden. Ein Semesterticket ist vor diesem Hintergrund ein sinnvolles Projekt. Aber eben dieses ist langfristig durch Preiserhöhung und Kürzungen des Leistungsangebotes gefährdet. Bei der Einführung im Jahre 1993 kostete das VRR-Ticket gerade einmal 84,- DM für den gesamten VRR und heute 138,48 Euro.

Kämpfe um die Finanzierbarkeit

Im August 2014 kündigte der VRR allen Studierendenschaften im Rhein-Ruhr-Gebiet den seit über 20 Jahren bestehenden Semesterticket-vertrag. Es wurde ein neuer Vertrag vorgelegt, der eine erhebliche Preissteigerung über den Verlauf von vier Jahren vorsah. Neben der schon zuvor gängigen Regelung einer jährlichen variablen Preiserhöhung, die sich an den allgemeinen Preissteigerungen aller VRR-Tickets orientiert, sollte der Sockelbetrag um 22,80 Euro pro Semester erhöht werden. Bereits im Jahr 2013 hatte der VRR versucht, den Semesterticketpreis zu erhöhen, damals sogar auf einen Schlag um 43 Prozent. Der Grund hierfür ist eine dominante Sparpolitik der öffentlichen Hand (nicht nur) im Bezug auf den ÖPNV, mit der Folge, dass Kosten auf die NutzerInnen abgewälzt werden. Schon 2013 taten sich die ASten im VRR-Gebiet zusammen, um die Preiserhöhung durch politischen Protest abzuwenden. Dies gelang dann auch, unter anderem, weil eine schlagartigen Erhöhung von 43 Prozent leicht skandalisierbar war. Der nächste Angriff beinhaltete dann eine Staffelung der Preiserhöhung über mehrere Jahre, um die Erhöhung verträglicher erscheinen zu lassen.

Die Preiserhöhung des Semestertickets ist nur eine von vielen finanziellen Mehrbelastungen für Studierende, die ein Studium erschweren, wenn nicht gar verunmöglichen, insbesondere für diejenigen, die keine finanzielle Unterstützung z.B. von ihren Eltern erhalten. Die ASten der HS Düsseldorf, der Heinrich-Heine-Uni, der Robert-Schumann-Hochschule und der Kunstakademie Düsseldorf haben sich über den gesamten Zeitraum der Verhandlung dafür eingesetzt, dass die Bedürfnisse der Studierenden mit einbezogen werden. Leider wurden ihre Forderungen immer wieder abgeblockt. Es wurde im Laufe der Verhandlungen deutlich, dass es politischer Wille war und ist, die Kosten des ÖPNV unter anderem durch Studierendenbeiträge zu finanzieren. Lediglich kleine Verbesserungen in der Verkehrsanbindung konnten ausgehandelt werden. Diese wiegen jedoch nur einen Bruchteil der finanziellen Zusatzbelastung für Studierende auf. Die Entscheidung, ob der neue Vertrag unterschrieben werden sollte, wurde an den staatlichen Hochschulen in Form einer öffentlichen Abstimmung getroffen, die dem jeweiligen Studierendenparlament als Empfehlung vorgelegt wurde. An allen Hochschulen in Düsseldorf wurde der neue Vertrag schlussendlich unterschrieben. Es ist klar, dass viele Studierende auf das Ticket angewiesen sind. Im Bewusstsein dessen haben die ASten dem Vertrag zugestimmt, obwohl sie die Preiserhöhung für eine falsche Herangehensweise halten und der Meinung sind, dass weder der Zugang zum Studium noch die Mobilität durch finanzielle Barrieren eingeschränkt werden dürfen.

Infos zum Semesterticket

Mit eurem Studierendenausweis haltet Ihr nun also euer Semesterticket in Händen. Ihr dürft im gesamten NRW-Gebiet nach Herzenslust Stadtexpresse (RE/SE), Regional-bahnen(RB), U-Bahnen, Schwebe-bahnen, Straßenbahnen und Busse benutzen. InterCitys dürfen nicht benutzt werden, auch nicht gegen Zahlung eines Zuschlages. Und auch die 1. Klasse nicht. Macht Ihr es trotzdem, fahrt Ihr ohne gültigen Fahrausweis, mit allen bekannten Folgen. Im gesamtem VRR-Gebiet dürft Ihr an Werktagen ab 19 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ganztägig eine zweite Person ab sechs Jahren (Kinder unter sechs Jahren fahren ohnehin kostenlos) auf eurem Ticket mitnehmen. Weiterhin dürft Ihr während der VRR-Fahrradmitnahmezeiten kostenlos ein Rad mitnehmen. Bei der Fahrradmitnahme gelten folgende Regelungen:

  • VRR-Nahverkehrszüge mit Gepäckwagen / Gepäckabteil: Fahrradmitnahme möglich von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss.
  • S-Bahnen, RegionalExpresse (RE), RegionalBahnen (RB) und sonstige VRR-Nahverkehrszüge ohne Gepäckwagen / Gepäckabteil: Mo – Fr: außer von 6.30 – 9.00 Uhr ganztägig, Sa, So, Feiertag: ganztägig.
  • U-/Stadtbahnen, Straßenbahnen und Busse: Mo – Fr: von 9.00 Uhr bis Betriebsschluss, Sa, So, Feiertag: ganztägig.

Mit dem VRR-Semesterticket dürft Ihr ohne den Zukauf eines Zusatztickets in das Tarifgebiet 69 (Venlo) fahren. Dies gilt auch für eine mitgenommene Person und ein Fahrrad.

Achtung!

Das Semesterticket ist nur in Kombination mit einem „amtlichen Lichtbildausweis“ (z.B. Reisepass, Personalausweis, Führerschein etc.) gültig; dieser muss bei Kontrollen auf Verlangen vorgezeigt werden. Das Semesterticket muss immer im Original vorgezeigt werden. Ferner ist es laut Ticketvertrag nicht zulässig, das Ticket in Folie einzuschweißen oder es zum Beispiel mittels durchsichtigem Klebeband auf Pappe oder sonst wo aufzukleben. Es darf jedoch herausnehmbar in Klarsichthüllen gesteckt werden, muss aber auf Verlangen zur Prüfung der Echtheit des Dokuments aus der Hülle heraus genommen werden können.

Ausnahmen und Härtefälle

Alle Studierende der HSD erwerben grundsätzlich automatisch das Ticket durch die Einschreibung bzw. Rückmeldung, es gibt lediglich einige Ausnahmen. Studierende bezahlen in folgenden Fällen einen reduzierten Beitrag und klären dies bei Bedarf mit dem Studierenden-Support:

  • Gasthörer*innen und Zweithörer*innenkönnen das Semesterticket nicht erwerben.
  • Behinderte, die nach dem Schwerbehindertengesetz Anspruch auf unentgeltliche Beförderung haben und den Besitz des Beiblattes mit der zugehörigen Wertmarke nachweisen. Sie melden sich zurück, indem sie die Bescheinigung bei der Rückmeldung vorlegen und den Studierendenbeitrag um den Preis des Tickets kürzen.
  • Studierende, die sich aufgrund ihres Studiums für ein Semester im Ausland aufhalten.
  • Auf Antrag beurlaubte Studierende können das Semesterticket nicht erwerben.

Möglich ist ein reduzierter Beitrag mittels „Antrag auf Befreiung vom VRR/NRW-Ticket“ beim Studierenden-Support bei den Gründen:

  • Studienbedingtes Auslandssemester
  • Absolvierung eines Praxissemesters im Rahmen des Studiums, außerhalb des VRR-Gebietes
  • Erstellung der Abschlussarbeit im Semester außerhalb des VRR-Bereichs

Beim AStA kann bei folgenden Gründen ein Antrag auf Rücker­stattung gestellt werden:

  • Studierende, die aufgrund einer langfristigen Erkrankung das Ticket nicht nutzen können.
  • Studierende, die unter Einbeziehung von Park-and-Ride insgesamt mehr als sechs Stunden für Hin- und Rückweg benötigen.
  • Studierende mit sehr geringem Einkommen (genaueres siehe Antrag)

Alle Studierende, auf die mindestens eines der drei genannten Kriterien zutrifft, können bis zum ersten offiziellen Vorlesungstag des Semesters einen Antrag auf Rückerstattung stellen. Das Antragsformular gibt es im AStA-Büro. Bei positivem Bescheid wird das Ticket entwertet und das Geld anteilig zurückgezahlt. Der Antrag muss für jedes Semester neu gestellt werden. Die Formulare gibt es zu Beginn der Rückmeldung. Finanziert werden die zusätzlich zu den im Vertragstext mit dem VRR vereinbarten Ausnahmen durch eine „Sozialmark“ (0,51 Euro), die im Semesterbeitrag an den AStA enthalten ist. Details sind in der Sozialfonds-Ordnung nachzulesen (im AStA-Büro erhältlich). Bearbeitet werden die Anträge vom studentischen Sozialfonds-Ausschuss. Bei Fragen wendet euch an den AStA.

Informationen rund um das Semesterticket findet Ihr auch unter www.asta-fh-duesseldorf.de.

P.S.: Falls Ihr euer Ticket bzw. den Studierendenausweis verlieren solltet oder dieses euch nach der Einschreibung nicht rechtzeitig erreicht haben sollte, kommt zu den Öffnungszeiten (Mo.-Do. 11-14 Uhr) im AStA-Büro (Standort Derendorf, Geb. 3, Erdgeschoss) vorbei, der AStA stellt ein Ersatzticket aus.

Quelle: Starthilfe – Erstsemester*innen-Info des AStA HS Düsseldorf, Ausgabe 2017, Erscheinungsdatum 4.10.2017.